Flex Box

Eine Holzkiste in Buchform mit biegbarem Rücken

  • leicht
  • 2 Std. 15 Min.
gespeichert am, 22. Aug. 2024

Beschreibung
Eine Holzkiste in Buchform – der aufklappbare Deckel hat kein extra Scharnier, sondern ist mittels „living hinge“ – also ein Biegescharnier aus dem gleichen Material – biegsam. Das Buch wird ca 10x20cm groß. Die Gravur kann individuell gestaltet werden.

Motivation
Ich habe eine schöne Holzkiste gesucht, die als Geschenk oder auch als besonderer Aufbewahrungsort für den Eigengebrauch etwas hermacht. Die Buchform hatte für mich etwas verspieltes, geheimnisvolles. Durch unterschiedliche Gestaltung ist sie aber sehr leicht anpass- und individualisierbar, auf verschiedene Menschen, Stile und Geschmäcker.

Material

Du benötigst folgendes Material:

Software

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Technologien

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Arbeitsschritte

Arbeitsschritt 1

Flexbox-Vorlage in Inkscape öffnen

Öffne die Datei „FlexBox_Vorlage“ in Inkscape!

1. Öffne Inkscape indem du auf das -Icon am Desktop oder in der Taskleiste klickst.

2. Wenn sich das Programm geöffnet hat gehe oben im Menü auf „Datei“ und wähle den Punkt „Öffnen“. Es öffnet sich ein Fenster.
3. Suche die zu öffnende Datei unter dem entsprechen Dateipfad. (Ein*e Explainer*in kann dir sagen, wo die Vorlage zu finden ist.)
4. Wenn du die Datei gefunden hast wähle sie aus und öffne sie.
Arbeitsschritt 2

Text erstellen und bearbeiten

Statt dem Schriftzug „FlexBox“ kannst du dein eigenes Design erstellen: Lösche den Schriftzug und gestalte ihn nach Wunsch.
Ich habe den Schriftzug „The Book of Things“ in der Schriftart Uncial Antiqua gewählt.

1. Um einen Schriftzug auf der Box zu designen, wähle zunächst das Textwerkzeug aus der Werkzeugleiste aus, klicke an die gewünschte Stelle deiner Zeichnung und schreibe deinen Text.

2. Klicke auf den Button (oder drücke Strg + Shift + T), um die Karteikarte „Text und Schriftart“ zu öffnen und wähle den Text aus.
3. Nun kannst du die Schriftart und -größe ändern. Wenn du zufrieden mit deiner Änderung bist klicke auf „Anwenden“.
  •  Wenn du die Größe nochmals ändern willst, musst du den Text neu markieren.
  •  Bei mehrzeiligem Text kannst du den Zeilenabstand oben in der Leiste „Werkzeugoptionen“ ändern. Als Maßeinheit muss „pt“ oder nichts (leeres Feld) ausgewählt sein. Die namenlose Einheit ist eigentlich „Zeilen“.
Tipp: Du kannst den Text jederzeit wieder ändern, indem du ihn doppelt anklickst und markierst.
Arbeitsschritt 3

Wo soll geschnitten werden?

Schnittlinien müssen dünne rot eingefärbte Linien sein.
1. Wähle das Objekt aus, das geschnitten werden soll, und klicke links unten das rote X auf weißem Hintergrund (= keine Füllung).
2. Nun halte Shift gedrückt und wähle Rotals Konturfarbe aus.

3. Um die Stärke der Schnittlinien zu ändern wähle im Menü „Objekt“ den Punkt „Füllung und Kontur“ (oder drücke Strg + Shift + F).

4. Auf der Karteikarte „Muster der Kontur“ auf der linken Seite setze die Linienstärke auf 0.075 mm.
  • Achtung!: Da Inkscape ein amerikanisches Programm ist, musst du einen Dezimalpunkt anstelle eines Kommas verwenden! (Also: 0.075 mm und nicht 0,075 mm)
  •  Wähle für alle roten Linien die du ausschneiden willst immer die Breite 0.075 mm.
  •  Auf der Karteikarte „Farbe der Kontur“ kannst du kontrollieren, ob der Farbton Rot (RGB 255,0,0) ausgewählt ist. Kontrolliere außerdem unbedingt, ob die Deckkraft auf 100% eingestellt ist!
Arbeitsschritt 4

Was soll graviert werden?

Gravuren müssen schwarze eingefärbte Flächen oder dickere Linien sein.
1. Wähle die Objekte aus, die graviert werden sollen, und klicke links unten das Farbfeld Schwarz (Füllfarbe schwarz).
2. Nun halte Shift gedrückt und wähle Schwarz als Konturfarbe aus.

Achtung!:

Objekte (Rechtecke, Polygone, Sterne etc.) ohne Füllung müssen vor dem Gravieren in Pfade umgewandelt werden, sonst werden sie nur als hauchdünne Linien graviert! Allerdings kannst du das Objekt nach dieser Umwandlung nicht mehr normal bearbeiten. Warte also damit bis ganz zum Schluss!
3. Markiere das Objekt
4. Wähle oben im Menü „Pfad“ den Punkt „Kontur in Pfad umwandeln
Arbeitsschritt 5

Senden der Zeichnung an den Lasercutter mittels JobControl

Senden der Zeichnung an den Lasercutter mittels JobControl
 Die fertige Vektorgrafik-Zeichnung wird am PC im Lasercutterraum in Inkscape geöffnet.
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um das Design nochmals zu überprüfen:
  •  Passt die Größe des Designs (z.B. durch Abmessen mit dem Lineal-Tool)?
  •  Sind alle Schneidlinien auf „Rot“ (RGB 255,0,0) eingestellt?
  •  Wurden alle zu gravierenden Flächen auf „Schwarz“ (RB 0,0,0) eingestellt?
  •  Wurden alle zu gravierende Linien in „Konturen“ umgewandelt?
 Als nächstes wird unter Datei > Drucken (oder Strg+P) der Druckdialog geöffnet. Als Drucker wird der „Trotec Engraver“ ausgewählt. Unter „Einstellungen“ können im so genannten „Druckdialog“ Materialeinstellungen und weitere Werte für das Lasercutten des Werkstücks definiert werden.

Vektorsortierung:

Damit der Laser Cutter in einer effizienten Reihenfolge die Schnitte setzt, mache einen rechtsklick auf den Job auf der Platte und wähle „Vektorsortierung“. Setze ein Hakerl bei „Job überschreiben“ und bestätige.

Arbeitsschritt 6

Einstellungen für den Laserjob im Druckdialog

Einstellungen für den Laserjob im Druckdialog
 Im Druckdialog müssen unter dem Reiter „drucken“, für die Größe, das Material und die Prozessart Einstellungen (wie auf dem Bild ersichtlich) überprüft bzw. ausgewählt werden:
  1. Größe: „auf Jobgröße minimieren“, um die Zeichnung platzsparend und präzise platzieren zu können.
  2. Material: Für unseren Lasercutter gibt es eine Materialdatenbank. In dieser sind bereits erprobte Laser-Einstellungen für bestimmte Materialien gespeichert. Wähle im oberen Feld (Dropdown-Menü) neben dem Symbol die Materialgruppe z.B.:„_techLAB-Holz“ und im unteren die Einstellungen für die richtige Materialstärke aus.
  3. Prozessoptionen:
    • Prozessart: „Standard“
    • Auflösung: „500 dpi“
    • Schneidlinie: „keine“
    • Rasterung: „Farbe“
    • „Optimierte Geometrien“
Arbeitsschritt 7

Zusätzliche Einstellungen

„Quick Print“ und „Auto-Positionierung“ sollten beide nicht ausgewählt sein.

Arbeitsschritt 8

Material einlegen

Ist die Referenzfahrt beendet kann das Material auf das Wabengitter gelegt werden. Materialien die etwas gewölbt sind und demnach nicht an allen Stellen auf dem Wabengitter aufliegen oder wackeln würden müssen mit den passenden Klammern am Wabengitter fixiert werden. Diese finden sich nach der Materialstärke für die sich gedacht sich sortiert auf dem Lasercutter.

Arbeitsschritt 9

Fokussieren & Lasern

Der Laser schneidet und graviert nur sauber, wenn sich die Linse im Laserkopf im richtigen Abstand zum Werkstück befindet (ähnlich bei Lupe). Das Einstellen dieses Abstandes nennt man „Fokussieren“.
 Für das Fokusieren:
  •  den Laserkopf mit den roten Pfeiltasten am Lasercutter  über eine Stelle bewegen bei der Material eingelegt ist.
  •  das Fokusierwerkzeug auf den Laserkopf hängen
  •  den Tisch mit den schwarzen Pfeiltasten solange hochfahren bis das Fokusierwerkzeug exakt die Materialoberfläche berührt und deshalb umfällt.
Tipp!: Sollte zB während einer großflächigeren Gravur der Fokuspunkt an manchen stellen des Materials nicht mehr exakt passen → Gravur verblasst kann dieser ohne stoppen des Laservorgangs nachjustiert werden.

  • Nachdem die Fokusierung abgeschlossen ist kannst du mit dem Lasern beginnen.
Arbeitsschritt 10

Zusammenbauen

  1. Seitenteile einkleben – Kleber dünn auf überlappende Klebestellen streichen; man kann darauf achten, dass die Seiten mit weniger Schmauchspuren innen sind
  2. Vorderteil einkleben
  3. hervorquillenden Kleber mit Papiertuch wegwischen
  4. Gummiringerl durchschneiden → spitzer Winkel, dann ist das Einfädeln leichter
  5. erstes Ende einfädeln und innen verknoten
  6. Gummiringerl rundherum führen (glatte Auflage) und Länge bzw. Spannung kontrollieren
  7. Zweites Ende einfädeln und innen verknoten
  8. Vorsichtig Flex-Rücken biegen (sonst Bruchgefahr – evt. über Wasserdampf), mit Ringerl fixieren
Juhu, geschafft!

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